Bildgröße erklärt: Pixel, DPI, Dateigröße und Qualität
„Das Bild verkleinern“ kann dreierlei bedeuten: weniger Pixel, eine kleinere Druckgröße oder weniger Bytes in der Datei. Die drei hängen zusammen, doch wer eines ändert, ändert nicht immer die anderen. Deshalb kann ein Bild auf dem Handy scharf und auf Papier unscharf wirken oder 5 MB groß sein, ohne besser auszusehen als eine Kopie mit 300 KB.
Dieser Ratgeber trennt die drei, erklärt, was die Einstellungen für DPI und Qualität tatsächlich bewirken, und stützt die Tipps auf Messungen: Wir haben dasselbe Foto einer Häuserzeile am Fluss mit 1280 × 854 Pixeln in verschiedenen Größen und Qualitätsstufen in Chrome kodiert – der Engine, die auch das nTools-Werkzeug zum Verkleinern nutzt – und die Ergebnisse mit dem Original verglichen.
Drei Größen, die leicht verwechselt werden
- Pixelmaße: aus wie vielen Punkten das Bild besteht, etwa 4032 × 3024. Nur diese Größe bestimmt, wie viele Details es gibt.
- Druckgröße: wie groß das Bild auf Papier wird. Sie ergibt sich aus den Pixeln geteilt durch eine Dichte, angegeben in DPI oder PPI (Punkte bzw. Pixel pro Zoll).
- Dateigröße: wie viele Bytes die Datei belegt, etwa 2,4 MB. Sie hängt von den Pixeln, dem Format und der Kompressionsqualität ab.
Die meisten Probleme entstehen, wenn man eines davon ändert und erwartet, dass sich ein anderes mitändert: die DPI erhöhen, damit ein Abzug schärfer wird, oder die Qualität senken, um ein Foto zu retten, das einfach zu viele Pixel hat.
Pixel und Megapixel
Ein Megapixel sind eine Million Pixel. Ein typisches Handyfoto mit 12 Megapixeln misst 4032 × 3024 Pixel, also 12.192.768 Pixel.
Auf dem Datenträger ist die Datei komprimiert, doch um das Bild anzuzeigen oder zu bearbeiten, muss ein Programm es in sämtliche Pixel entpacken. Bei vier Bytes pro Pixel (Rot, Grün, Blau und Transparenz) belegt dieses 12-Megapixel-Foto rund 49 MB Arbeitsspeicher – unabhängig davon, wie groß die Datei ist. Deshalb kann ein Handy bei Dutzenden großen Fotos gleichzeitig ins Stocken geraten, und deshalb bleibt eine Seite voller zu großer Bilder auch nach dem Laden träge.
Unser Testfoto mit 1280 × 854 Pixeln zeigt den Abstand zwischen Pixeln und Dateigröße. Unkomprimiert, mit drei Bytes pro Pixel, sind es 3,3 MB. Als PNG, das nichts verliert, 2,3 MB. Als JPEG mit Qualität 82 sind es 323 KB, etwa ein Siebtel des PNG – und in normaler Größe sieht es gleich aus.
DPI zählen nur auf Papier
Eine JPEG-Datei kann einen Dichtewert enthalten: Der JFIF-Standard hat ein Feld für Punkte pro Zoll oder pro Zentimeter, und die Metadaten von Kameras haben ein ähnliches. Viele Fotos tragen dort 72 oder 300. Diese Zahl ändert kein einziges Pixel, nicht die Dateigröße und nicht das Aussehen auf dem Bildschirm. Bildschirme zeigen Pixel, keine Zoll.
Wer 72 DPI ohne Neuberechnung auf 300 DPI ändert, schreibt nur dieses Feld um. Verlangt ein Formular „300 DPI“, braucht es meist genug Pixel für die Druckgröße. Die Rechnung ist einfach: Druckbreite = Pixel ÷ Pixel pro Zoll, und ein Zoll sind 2,54 cm.
| Druckgröße | Bei 150 Pixeln pro Zoll | Bei 300 Pixeln pro Zoll |
|---|---|---|
| Foto 10 × 15 cm | 591 × 886 px | 1181 × 1772 px |
| A4, 21 × 29,7 cm | 1240 × 1754 px | 2480 × 3508 px |
| 12-MP-Foto (4032 × 3024 px) | 68 × 51 cm | 34 × 26 cm |
Welche Dichte gewünscht ist, gibt der Druckdienst vor; mit dieser Zahl zeigt die Tabelle, ob das Foto genug Pixel hat. Pixel am Computer hinzuzufügen hilft nicht, wie der Abschnitt über das Vergrößern zeigt.
Bildschirme: CSS-Pixel und scharfe Displays
Webseiten werden in CSS-Pixeln gesetzt, einer Einheit, die als 1/96 Zoll definiert ist. Auf älteren Bildschirmen entsprach ein CSS-Pixel einem Bildschirmpunkt. Handys und viele Laptops verwenden heute zwei oder drei Bildschirmpunkte pro CSS-Pixel; Browser nennen das das Gerätepixelverhältnis (device pixel ratio).
Ein Bild, das 600 CSS-Pixel breit angezeigt wird, braucht deshalb rund 1200 Pixel, um auf einem Handy mit dem Verhältnis 2 scharf zu wirken. Mit nur 600 wird es gestreckt und wirkt weich; mit 4000 laden Besucher Pixel, die sie nie sehen. Websites können mit dem Attribut srcset mehrere Größen anbieten und jeden Browser die passende für seinen Bildschirm wählen lassen.
Größe ändern: Verkleinern ist sicher, Vergrößern bringt nichts
Halbiert man Breite und Höhe, bleibt ein Viertel der Pixel übrig, und die Datei schrumpft ungefähr im selben Maß. In unserem Test, jeweils als JPEG mit Qualität 82:
| Maße | Anteil der Pixel | Größe JPEG | Größe WebP |
|---|---|---|---|
| 1280 × 854 | 100 % | 323 KB | 288 KB |
| 960 × 641 | 56 % | 180 KB | 159 KB |
| 640 × 427 | 25 % | 89 KB | 80 KB |
| 320 × 214 | 6 % | 23 KB | 21 KB |
In die andere Richtung kommen die Details nicht zurück. Wir haben das Foto auf 320 Pixel Breite verkleinert und wieder auf 1280 vergrößert: Das Ergebnis erreichte beim SSIM – einem Maß dafür, wie ähnlich sich zwei Bilder sind, wobei 1 identisch bedeutet – nur 0,59, gegenüber 0,96 für das JPEG in voller Größe mit Qualität 82. Es ist sichtbar unscharf. Vergrößern verteilt nur die vorhandenen Pixel auf mehr Fläche; KI-Hochskalierer lassen das Ergebnis schärfer wirken, indem sie plausible Details erfinden – die nicht die des Originals sind.
Browser können ein Bild mit mehr oder weniger sorgfältiger Glättung skalieren; das nTools-Werkzeug fordert die höchste Stufe an. Behalten Sie beim Ändern der Größe das Seitenverhältnis bei, sonst werden Gesichter und Kreise verzerrt. Wird eine genaue Form gebraucht, etwa ein quadratisches Profilbild, erst zuschneiden und dann verkleinern.
Was die Qualitätszahl bedeutet
Die Qualität ist kein Prozentsatz von irgendetwas. Bei JPEG ist sie eine Skala von 0 bis 100, festgelegt von der JPEG-Referenzbibliothek, die steuert, wie grob Details weggerundet werden; deren Dokumentation empfiehlt für Fotos 50 bis 95 und warnt, dass die Datei oberhalb von etwa 95 drastisch wächst, ohne viel zu gewinnen. WebP hat eine eigene Skala, dieselbe Zahl bedeutet in beiden Formaten also nicht dasselbe.
Unsere Messungen mit dem Foto von 1280 × 854 Pixeln in Chrome, mit dem SSIM gegenüber dem Original (1 bedeutet identisch):
| Qualität | Größe JPEG | SSIM JPEG | Größe WebP | SSIM WebP |
|---|---|---|---|---|
| 50 | 181 KB | 0,915 | 180 KB | 0,944 |
| 75 | 270 KB | 0,950 | 231 KB | 0,963 |
| 82 | 323 KB | 0,962 | 288 KB | 0,976 |
| 92 | 466 KB | 0,981 | 410 KB | 0,988 |
| 95 | 570 KB | 0,987 | 474 KB | 0,990 |
| 100 | 1275 KB | 0,999 | 1306 KB | 1 (verlustfrei) |
| PNG | 2302 KB | 1 (verlustfrei) | – | – |
Drei Dinge fallen auf. Von 95 auf 100 wird ein JPEG mehr als doppelt so groß – für fast nichts Sichtbares. Bei gleicher Ähnlichkeit ist WebP etwa ein Drittel kleiner als JPEG, passend zu Googles Angabe von rund 30 %: WebP mit 82 erreicht JPEG mit 90, mit 288 KB statt 428 KB. Und in Chrome schaltet WebP bei 100 auf verlustfreie Kompression um, die hier 43 % kleiner ausfiel als das PNG.
Wenn eine Website oder ein Programm nicht angibt, welche Qualität es verwendet: Die Standardwerte von Chrome sind 92 für JPEG und 80 für WebP; beide haben wir gemessen, indem wir ohne Qualitätsangabe gespeichert haben. Das nTools-Werkzeug startet bei 82.
Zuerst geht die Farbe
JPEG speichert Helligkeit und Farbe getrennt, und das Auge reagiert auf Helligkeit viel empfindlicher. Die meisten Encoder speichern die Farbe deshalb nur in halber Breite und halber Höhe, ein Verfahren namens 4:2:0: ein Viertel der Farbinformation, bei Fotos mit kaum sichtbarer Wirkung. Es ist die Voreinstellung der JPEG-Referenzbibliothek, und Chrome nutzte es bei allen getesteten Qualitätsstufen außer 100.
Sichtbar wird es bei feinen, kräftig gefärbten Details: roter Text auf weißem Grund, farbige Linien in einem Diagramm oder einem Logo. Die Ränder laufen aus. Für Screenshots und Grafiken mit Text vermeiden PNG oder verlustfreies WebP das Problem, wie der erste Teil dieser Reihe erklärt.
Immer wieder speichern
Jedes Mal, wenn eine verlustbehaftete Datei geöffnet, bearbeitet und gespeichert wird, wird sie neu komprimiert. Wie viel verloren geht, hängt davon ab, ob sich die Einstellungen ändern. Wir haben das Testfoto zehnmal hintereinander gespeichert:
- Immer als JPEG mit Qualität 82, ohne Bearbeitung: Der SSIM sank von 0,962 nach dem ersten auf 0,957 nach dem zehnten Speichern, und die Datei blieb bei 322 KB.
- Abwechselnd mit Qualität 82 und 75, wie wenn ein Foto durch verschiedene Apps wandert: Der SSIM fiel auf 0,933 – schlechter als ein einziges Speichern mit Qualität 70.
Bewahren Sie das Original auf, erstellen Sie jede Kopie daraus und ändern Sie Größe und Qualität in einem einzigen Schritt am Ende.
Größen, die funktionieren
Diese Richtwerte stammen aus den Messungen oben. Unser Testfoto brauchte als JPEG mit Qualität 82 etwa 0,3 Bytes pro Pixel; detailreiche Motive wie Laub oder Kies brauchen mehr, glatter Himmel und Wände weniger.
| Verwendung | Lange Seite | Format und Qualität | Ungefähre Größe |
|---|---|---|---|
| Bild auf einer Webseite | Angezeigte Breite × 2 | WebP 75–82 oder JPEG 80–85 | 100–400 KB |
| E-Mail oder Messenger, mehrere Fotos | 1600–2000 px | JPEG 80–85 | je 0,5–0,9 MB |
| Formular mit 1 oder 2 MB Limit | 2000 px | JPEG 80 | unter 1 MB |
| Druck | Druckgröße × die vom Druckdienst verlangte Dichte | JPEG 92–95 oder das Original | mehrere MB |
| Screenshot oder Grafik mit Text | Unverändert | PNG oder verlustfreies WebP | je nach Inhalt |
Gmail erlaubt bei privaten Konten 25 MB Anhänge pro Nachricht und wandelt alles darüber in einen Google-Drive-Link um – schon eine Handvoll unbearbeiteter Handyfotos kann die Grenze erreichen.
Alles, was die Bildwerkzeuge von nTools tun, geschieht in Ihrem Browser: Das Foto wird nirgendwohin hochgeladen.
Häufige Fragen
Wird ein Foto besser, wenn ich 72 DPI auf 300 DPI ändere?
Nein. Dabei wird nur eine Zahl in der Datei umgeschrieben. Pixel, Dateigröße und Aussehen auf dem Bildschirm bleiben exakt gleich. Ein Abzug wird nur mit mehr Pixeln schärfer – von der Kamera aufgenommen, nicht nachträglich hinzugefügt.
Warum wirkt mein verkleinertes Foto unscharf?
Meist, weil es kleiner gemacht wurde als die Fläche, auf der es angezeigt wird, und dann gestreckt wird, etwa auf einem Handydisplay mit Gerätepixelverhältnis 2 oder 3. Machen Sie es etwa doppelt so breit, wie es angezeigt wird.
Welche Qualität sollte ich für JPEG verwenden?
Zwischen 75 und 85 passt für die meisten Fotos auf Bildschirmen. Über 95 wächst die Datei schnell bei wenig sichtbarem Gewinn, und 100 ist nicht verlustfrei.
Ist WebP immer kleiner als JPEG?
Bei Fotos gleicher sichtbarer Qualität meistens, in unserem Test um etwa ein Drittel. Prüfen Sie, ob das Ziel WebP annimmt; manche ältere Programme und Formulare tun es nicht.
Lässt sich ein kleines Bild ohne Qualitätsverlust vergrößern?
Nein. Vergrößern kann keine Details erzeugen, die nie aufgenommen wurden. KI-Hochskalierer können das Ergebnis schärfer wirken lassen, aber die zusätzlichen Details sind erfunden.
Warum ist mein Foto als PNG so viel größer als als JPEG?
PNG bewahrt jedes Pixel exakt, was für Screenshots und Grafiken passt. Bei einem Foto ergab es in unserem Test eine etwa siebenmal größere Datei als ein JPEG mit Qualität 82 – ohne sichtbaren Unterschied in normaler Größe.
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Quellen
- MDN — <length>: absolute length units (px, in)
- MDN — Window: devicePixelRatio property
- MDN — Responsive images
- MDN — HTMLCanvasElement: toBlob() method
- MDN — CanvasRenderingContext2D: imageSmoothingQuality property
- JPEG File Interchange Format (JFIF), version 1.02
- libjpeg-turbo 3.0.2 — usage.txt (cjpeg: -quality, -sample)
- Google for Developers — WebP: Frequently Asked Questions
- web.dev — Serve images with correct dimensions
- Gmail Help — Send attachments with your Gmail message
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