Handyfotos erklärt: HEIC, EXIF-Metadaten und Ihre Privatsphäre
Ein Handyfoto ist mehr als ein Raster aus Pixeln. Die Datei hält auch fest, wann es aufgenommen wurde, mit welchem Gerät, wie das Handy gehalten wurde und oft, wo Sie gerade standen. Meistens ist das nützlich: Die Galerie wird sortiert, und die Fotos erscheinen auf einer Karte. Verlässt die Datei aber Ihre Hände, reisen diese Daten mit.
Dieser letzte Teil der Reihe schaut in die Datei hinein: was ein HEIC-Foto enthält, was die EXIF-Metadaten festhalten, warum manche Fotos quer erscheinen und wie Sie den Standort vor dem Teilen prüfen und entfernen. Außerdem haben wir getestet, was die Bildwerkzeuge von nTools behalten – mit einem Foto, das wir mit typischen Handy-Metadaten versehen haben.
Was in einer HEIC-Datei steckt
HEIC ist weniger ein Bildformat als ein Container. HEIF, der Container, kann mehrere Bilder und die zugehörigen Daten aufnehmen; HEIC ist eine HEIF-Datei, deren Bilder mit HEVC komprimiert sind, dem Videocodec. Apples Ingenieure haben bei der Vorstellung des Formats 2017 beschrieben, was ein iPhone darin ablegt:
- Das eigentliche Foto, aufgeteilt in Kacheln von 512 × 512 Pixeln, die in einem Raster liegen.
- Ein kleines Vorschaubild mit 320 × 240 Pixeln, damit die Galerie es schnell anzeigen kann.
- Hilfsbilder, die beim Anzeigen des Hauptbilds helfen, etwa eine Tiefenkarte.
- Die EXIF-Metadaten, aus Kompatibilitätsgründen wie in einem JPEG gespeichert.
Android kann HEIF-Bilder ab Android 9 öffnen und ab Android 10 speichern, sofern die Hardware des Geräts das unterstützt.
Wer ein HEIC-Foto in JPEG umwandelt, behält das Hauptbild. Ob die Metadaten mitkommen, hängt vom Konverter ab, wie die Tests weiter unten zeigen.
Was EXIF festhält
EXIF ist ein Standard für Foto-Metadaten, gemeinsam verwaltet von den japanischen Verbänden der Elektronik- und der Kamerabranche, JEITA und CIPA. In einem JPEG steht er in einem kleinen Block am Anfang der Datei. Ein typisches Handyfoto enthält:
- Datum und Uhrzeit der Aufnahme, oft auch die Zeitverschiebung zu UTC.
- Das Gerät: Hersteller, Modell und Softwareversion.
- Die Kameraeinstellungen: Belichtungszeit, Blende, ISO, Brennweite, ob der Blitz ausgelöst hat.
- Die Ausrichtung: wie herum das Bild angezeigt werden soll.
- Die GPS-Position: Breiten- und Längengrad, manchmal auch die Höhe.
- Ein Vorschaubild: eine kleine Kopie des Bildes.
Das braucht kaum Platz. In unserem Testfoto war der gesamte EXIF-Block samt Position 344 Bytes groß, bei einer Datei von 436 KB.
Die Position ist genau. Koordinaten werden in Grad, Minuten und Sekunden gespeichert, mit Sekundenbruchteilen; eine Breitensekunde entspricht etwa 31 Metern. Laut GPS.gov sind Smartphones mit GPS unter freiem Himmel typischerweise auf etwa 4,9 Meter genau, in der Nähe von Gebäuden und Bäumen ungenauer. Das reicht, um auf ein einzelnes Haus zu zeigen.
Warum manche Fotos quer erscheinen
Der Kamerasensor schreibt das Bild immer gleich herum. Halten Sie das Handy hochkant, drehen viele Telefone die Pixel nicht, sondern speichern sie quer und vermerken im EXIF-Ausrichtungsfeld, wie das Bild zur Anzeige gedreht werden soll.
Browser folgen diesem Feld standardmäßig: Die CSS-Eigenschaft image-orientation steht anfangs auf from-image, das die EXIF-Ausrichtung anwendet. Programme, die das Feld ignorieren, zeigen das Foto quer. Und es gibt einen zweiten, dauerhafteren Weg dorthin: die Metadaten entfernen, ohne vorher die Pixel zu drehen.
854 × 1280So ist unser Testfoto gespeichert: die Pixel quer, mit einem Ausrichtungsfeld, das 90° Drehung verlangt1280 × 854Was Chrome anzeigt, nachdem es das Feld angewendet hat854 × 1280Was Chrome anzeigt, wenn ein Werkzeug die Metadaten entfernt, die Pixel aber gelassen hat: Das Foto bleibt dauerhaft quer
Die Bildwerkzeuge von nTools vermeiden das: Der Browser richtet das Bild beim Einlesen auf, und die Kopie wird mit bereits aufrechten Pixeln gespeichert, die das Feld nicht mehr brauchen.
Was die nTools-Werkzeuge behalten
Wir haben ein Testfoto mit typischen Handy-Metadaten versehen: Hersteller und Modell, Datum und Uhrzeit, ein Ausrichtungsfeld und eine GPS-Position auf einem öffentlichen Platz. Dann haben wir es in Chrome durch die Werkzeuge geschickt und die erzeugten Dateien geprüft:
| Werkzeug | Ergebnis | EXIF und GPS | Ausrichtung |
|---|---|---|---|
| Ursprüngliches Testfoto | JPEG, 436 KB | Vorhanden | Feld: 90° drehen |
| Bildgröße ändern | JPEG, 341 KB | Entfernt | Pixel aufrecht, 1280 × 854 |
| Bildformat-Konverter | WebP, 318 KB | Entfernt | Pixel aufrecht |
| Bildformat-Konverter | JPEG, 366 KB | Entfernt | Pixel aufrecht, 1280 × 854 |
Beide Werkzeuge zeichnen das Bild auf eine Browser-Leinwand (Canvas) und speichern daraus eine neue Datei – das kopiert die Pixel und sonst nichts. Der HEIC-Konverter arbeitet genauso: Er dekodiert das HEIC in reine Pixel und speichert daraus ein JPEG, sodass Standort, Datumsangaben und Gerätedaten nicht übernommen werden. Alles geschieht in Ihrem Browser; das Foto wird nirgendwohin hochgeladen.
Die Kehrseite: Die Kopie hat auch kein Aufnahmedatum. Galerien, die nach Aufnahmedatum sortieren, ordnen sie unter Umständen dem Tag der Umwandlung zu. Bewahren Sie das Original auf, wenn Ihnen dieser Verlauf wichtig ist.
Prüfen, was ein Foto verrät
- iPhone und iPad: Die Sammlung „Karte“ in Fotos zeigt Ihre Fotos nach dem Ort, an dem sie aufgenommen wurden. Ein Foto, das dort erscheint, enthält einen Standort.
- Mac: Öffnen Sie das Foto in Vorschau und wählen Sie im Menü Werkzeuge die Option zum Anzeigen der Ortsinformationen. Ist sie ausgegraut, enthält die Datei keinen Standort.
- Google Fotos: Öffnen Sie das Foto und tippen Sie auf die Info-Taste mit dem i-Symbol, um seine Details zu sehen, einschließlich eines eventuellen Standorts.
Den Standort vor dem Teilen entfernen
Apple und Google beschreiben diese Schritte:
- iPhone, für ein einzelnes Teilen: Fotos auswählen, auf Teilen tippen, dann auf Optionen, und den Ort ausschalten. Über der Taste Optionen steht dann, dass kein Ort enthalten ist.
- iPhone, für ein Foto in der Mediathek: öffnen, auf Mehr tippen, die Infos und den Ort anpassen und das Foto ohne Ort lassen.
- iPhone, ab sofort: Einstellungen > Datenschutz & Sicherheit > Ortungsdienste > Kamera > Nie. Neue Fotos haben dann keine Position mehr.
- Mac: in Fotos die Bilder auswählen und im Menü Bild unter Ort die Option zum Ausblenden wählen.
- Android: die Standortoption in den Einstellungen der Kamera-App ausschalten; sie heißt auf Google- und Samsung-Telefonen unterschiedlich. Google Fotos lässt Sie für jedes geteilte Album, jeden Link und jede Unterhaltung wählen, ob der Standort angezeigt wird, kann aber einen von der Kamera gespeicherten Standort nicht entfernen, und außerhalb von Google Fotos geteilte Fotos behalten ihn.
- Jedes Gerät: Schicken Sie eine Kopie, die mit dem nTools-Werkzeug zum Verkleinern oder dem Konverter erstellt wurde – sie enthält keinerlei Metadaten.
Das Entfernen der Metadaten entfernt nicht, was auf dem Bild zu sehen ist. Straßennamen, Hausnummern, Schuluniformen, ein Kennzeichen oder der Blick aus einem Fenster können so viel verraten wie GPS-Koordinaten. Betrachten Sie das Foto vor dem Veröffentlichen mit den Augen eines Fremden.
Häufige Fragen
Entfernt die Umwandlung von HEIC in JPEG den Standort?
Das hängt vom Konverter ab. Manche übernehmen das EXIF ins JPEG. Der HEIC-Konverter von nTools nicht: Das gespeicherte JPEG hat weder Standort noch Datum noch Gerätedaten.
Entfernen soziale Netzwerke den Standort?
Manche Dienste entfernen ihn beim Verarbeiten des Uploads, doch das ist von Dienst zu Dienst verschieden und nichts, worauf man sich verlassen sollte. E-Mail-Anhänge und Links zum Teilen von Dateien geben die Datei genau so weiter, wie sie ist. Entfernen Sie ihn selbst, wenn es darauf ankommt.
Warum zeigt mein Foto nach dem Umwandeln ein falsches Datum?
Das Aufnahmedatum steht im EXIF. Eine Kopie ohne Metadaten greift auf das Datum der Datei selbst zurück, also auf den Zeitpunkt der Kopie.
Warum ist mein Foto in einem Programm quer und in einem anderen richtig?
Die Pixel sind quer gespeichert, und ein Ausrichtungsfeld sagt, wie sie zu drehen sind. Programme, die das Feld ignorieren, zeigen die gespeicherten Pixel. Eine mit dem nTools-Werkzeug oder dem Konverter gespeicherte Kopie dreht die Pixel selbst und sieht deshalb überall richtig aus.
Betrifft das Ausschalten des Kamerastandorts andere Apps?
Auf dem iPhone gilt die Einstellung unter Ortungsdienste je App: Kamera auf Nie zu stellen, verhindert nur, dass neue Fotos einen Standort erhalten.
Ist ein Screenshot des Fotos sicherer zum Teilen?
Ein Screenshot übernimmt das EXIF des Fotos nicht, behält aber alles, was auf dem Bild zu sehen ist, in geringerer Qualität. Den Standort aus dem Original zu entfernen, ist meist die bessere Wahl.
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Quellen
- Library of Congress — Exchangeable Image File Format (Exif) Family
- Apple Developer — High Efficiency Image File Format (WWDC17)
- Android Developers — Supported media formats
- MDN — image-orientation CSS property
- MDN — Window: createImageBitmap() method
- GPS.gov — GPS Accuracy
- Apple Personal Safety User Guide — Manage location metadata in Photos
- iPhone User Guide — Browse photos and videos by location
- Preview User Guide — See where a photo was taken
- Google Photos Help — Understand, find & edit your photos’ locations
- Google Photos Help — Change your camera location settings
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